Bild Zeitung
12.07.2018 3:0-SENSATION Lok knallt Zwickau weg
ANDRÉ SCHMIDT
Das war doch mal eine Ansage an die Konkurrenz! Der FC Lok siegt 3:0 gegen Drittligist Zwickau und bot dabei eine richtig starke Leistung.

Wiederholt gab es Szenenapplaus von den rund 500 Fans. Und auch Halle-Trainer Torsten Ziegner, der auf der Tribüne eine Stadionwurst verdrückte, staunte nicht schlecht. Pfeffer (12.), Malone (21.) und Steinborn (27.) vergeben ihre Chancen zunächst. Nach einer Ecke von Pfeffer spitzelt Ex-Berliner Steinborn dann doch die verdiente Führung über die Linie (36.).
Stark auch Lok-Torwart Kirsten, der gegen Lauberbach (30.) und Bonga (45.) und auch später souverän zur Stelle ist.
Steinborn legt aus sechs Metern das 2:0 nach (56.) und wird von den Fans spontan schon als Fußballgott abgefeiert. Nach 63 Minuten macht er Platz für Ex-Zweitligaprofi Nicky Adler, der zunächst auf der Bank saß. Das zeigt, wie stark der Kader in dieser Saison ist. Nach einem Konter trifft der ebenfalls eingewechselte Gottschick noch zum 3:0 (89.).
Der NOFV hat die ersten drei Spieltage terminiert. Lok startet am 28. Juli (13.30 Uhr) gegen Meuselwitz. Am 3. August (19 Uhr) wird bei Viktoria Berlin, am 7. August (19 Uhr) gegen Bischofswerda gespielt.
Bild Zeitung
11.07.2018 OHNE ATICI UND POMMER GEGEN ZWICKAU - Lok testet die 3. Liga
Auf dem neuen Mannschaftsfoto, das der 1. FC Lok Leipzig am Dienstag erstellen ließ, waren beide Spieler natürlich mit drauf.
Offen ist jedoch weiter, wann die Fans Kemal Atici und Max Pommer wieder auf dem Platz sehen.
Atici (25) verletzte sich im Test gegen Teplice, musste am Fuss genäht werden. Die Krücken sind mittlerweile weg. Inzwischen wurden auch die Fäden gezogen.
Bis zum Wochenende hat der Stürmer jedoch absolutes Belastungsverbot, damit die Wunde nicht wieder aufplatzt.
Bei Pommer (20) haben sich die Rückenbeschwerden, mit denen er bereits die letzte Saison komplett ausfiel, wieder eingestellt. Er ließ sich im St. Elisabeth spritzen, fehlt aber auch am Mittwoch (17 Uhr, Bruno–Plache–Stadion) im Test gegen Drittligist Zwickau.
Fix: Das Eröffnungsspiel der 4. Liga bestreiten Nordhausen und Hertha II am 27. Juli (19 Uhr).

Leipziger Volkszeitung
09.07.2018 Test Bestanden
Der 1. FC Lok Leipzig präsentiert sich gegen West-Regionalligist Viktoria Köln ansprechend
Leipzig. Robert Zickert blinzelte nach Schlusspfiff in die Sonne und grinste. Der Verteidiger freute sich nach dem Test des 1. FC Lok gegen Viktoria Köln über sein schönes Kopfballtor zum 1:1-Endstand (65.) und die ansprechende Leistung seiner Mannschaft. „Spielerisch war das schon ordentlich. Die Einstellung hat gestimmt, in der Defensive waren wir griffig“, sagte der Ersatz-Kapitän nach dem Remis gegen den West-Regionalligisten, gegen den es in den vergangenen Jahren zwei klare Testpleiten (0:3/0:5) gesetzt hatte. Auch Neuzugang Nicky Adler war angesichts der guten Leistung „gegen eine gestandene Mannschaft“ zufrieden. Der Neuzugang von Erzgebirge Aue verfolgte das Match nach einem kleinen Muskelfaserriss noch auf der Tribüne. Eine reine Vorsichtsmaßnahme. Er steigt heute (Montag) wieder ins Training ein. Neben Adler musste Coach Heiko Scholz auch auf David Urban, Djamal Ziane, Maximillian Pommer und Kemal Atici verzichten.

Das tat dem Spiel der Loksche vor knapp 500 Zuschauern keinen Abbruch. Die erste Torchance für die Gastgeber verpasste Sascha Pfeffer in der zweiten Minute. Im Anspiel fehlt den Blau-Gelben manchmal noch die Präzision – zum jetzigen Zeitpunkt der Vorbereitung kein Wunder. Etwas überraschend brachte Stefano Maier die Kölner in der 28. Minute in Führung. Simon Handle versprang kurz darauf der Ball frei vor Schlussmann Benny Kirsten. Das hätte das 0:2 sein können. Die größte Chance zum Ausgleich vergab Neuzugang Matthias Steinborn, der kurz vor der Pause den Ball aus knapp fünf Metern unbedrängt an den Pfosten köpfte. Lacher auf der Tribüne, als Kevin Schulze bei einem Kopfballversuch gleich zwei Kölner abräumt. Beide blieben einige Sekunden angeschlagen liegen.
In der zweiten Hälfte wechselte Heiko Scholz munter durch. Als Markus Krug sich warm macht, spenden die Fans spontan Applaus. Da kam der Eindruck auf, als habe die Abschiedstournee des Lok-Rekordspielers, der nach Saisonende seine Karriere beenden will, schon begonnen. Vor Zickerts verdientem Ausgleich landete ein Schuss der Kölner, die in der ersten Runde des DFB-Pokals RB Leipzig empfangen, am Pfosten. „Mit unserem Spiel bin ich zufrieden, mit dem Ergebnis nicht“, sagte Kölns Simon Handle, der mit Nicky Adler gemeinsam in Aue auflief.
Lok testet am Dienstag (18.30 Uhr) bei Sachsenligist Lipsia Eutritzsch, am Mittwoch (17 Uhr) läuft der FSV Zwickau im Bruno-Plache-Stadion auf. Freitag geht’s ins Trainingslager nach Aschersleben.
Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
02.05.2018 Lok wird mir vierfachen Etat Profiklub
Franz-Josef Wernze vom Hauptsponsor ETL erhöht sein Engagement / Nicky Adler zurück nach Probstheida?

Am Montagabend war die Katze endlich aus dem Sack: Der 1. FC Lok Leipzig wird die kommende Spielzeit in der Regionalliga Nordost mit einer Profimannschaft bestreiten. Intensive Gespräche waren dem vorausgegangen. Hauptsponsor Franz-Josef Wernze hatte früh signalisiert, den Schritt mitgehen zu wollen, doch die Pläne sollten auf soliden Füßen stehen.

Präsidium und Aufsichtsrat waren zunächst vorsichtig, vielleicht noch mit der Insolvenz aus dem Jahr 2002 im Hinterkopf. „Ich bedanke mich bei unserem Hauptsponsor ETL European Tax & Law und besonders bei ETL-Chef Franz-Josef Wernze für das Engagement und das Vertrauen in unsere Arbeit“, ließ Präsident Thomas Löwe nach der Entscheidung mitteilen.

Am Sonntag, im Anschluss ans 2:0 gegen den BFC Dynamo, tagten Wernze, Vorstand und Aufsichtsrat. Der Beschluss: In den kommenden beiden Spielzeiten werden die Lok-Kicker Vollprofis sein. Dafür wird der Etat dem Vernehmen nach auf rund zwei Millionen Euro erhöht, würde damit ungefähr vervierfacht. Die sportliche Führung um Trainer Heiko Scholz hatte lange auf diesen Schritt warten müssen. „Wir sind sehr glücklich“, sagte der Coach gestern im LVZ-Gespräch. „Wir müssen Bedingungen schaffen, um Erfolge zu ernten“, wiederholte Scholz sein altes Credo.

Das bedeutet: Nicht nur neue Spieler sollen kommen und der Mannschaft rund um die Uhr zur Verfügung stehen, sondern auch das Umfeld muss verbessert werden. Heißt konkret: Mehr medizinisches Personal, Scouts und so weiter. Auch im Marketing will sich Lok besser aufstellen, damit die große finanzielle Last künftig nicht vorwiegend auf den Schultern von Wernze und seiner Firma ETL liegt.
In der kommenden Saison wird die Regionalliga-Nordost einen direkten Aufstiegsplatz für die 3. Liga haben.

Dennoch will Lok Leipzig an der Vision 2020 festhalten. Der Aufstieg ist in der kommenden Spielzeit also noch nicht Pflicht. Dennoch soll die Mannschaft verbessert werden. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und die Verträge rausgeschickt. Wir hoffen, dass sich einige Spieler für Lok entscheiden“, sagte Scholz. Schriftlich fixierte Zusagen gibt es bislang aber noch keine.

Ein Name, der in Probstheida immer wieder fällt, ist Nicky Adler. Der Stürmer von Erzgebirge Aue ist gebürtiger Leipziger, spielte in der Jugend bei der SG Rotation und dem VfB Leipzig. Ein Name, der sicherlich viele Fan-Herzen höherschlagen lässt. Scholz und Adler kennen sich seit 15 Jahren. Offiziell ist die Zusammenarbeit noch nicht. „Dass Nicky Adler für Lok spielt, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestätigen“, sagte Scholz gestern.

Die kommende Saison ist noch Zukunftsmusik, Lok will die aktuelle Spielzeit ordentlich zu Ende bringen. Der erste Schritt dazu wäre der rechnerisch sichere Klassenerhalt. „Wir brauchen noch einen Sieg“, meinte Verteidiger Robert Zickert.

Nach einer Serie von acht Spielen ohne Dreier lief Lok zwischenzeitlich Gefahr, in den Abstiegsstrudel zu geraten. „Wir wollen uns im Vergleich zur vergangenen Saison verbessern und nicht wieder Zehnter werden“, gab Zickert ein klares Ziel vor. Dazu ist mit der Mannschaft eine Saison-Prämie für den fünften Rang ausgehandelt. Heute kommt mit der TSG Neustrelitz (Anstoß 19 Uhr) der Tabellenvorletzte nach Leipzig. Mit geklärter Zukunft und dem Ende der Negativ-Serie kann Lok da jetzt befreit aufspielen.
Fabian Held
Leipziger Volkszeitung
28.04.2018 Mit Kampf, Wille und Herz
Ronny Surma fühlt sich beim 1. FC Lok pudelwohl

Leipzig. Seit drei Jahren kickt Ronny Surma nun schon für den 1. FC Lok. Wenn man den kurzen Abstecher in der Saison 2012/2013 hinzunimmt, sind es insgesamt dreieinhalb Jahre. Der 30-Jährige fühlt sich in Leipzig sehr gut aufgehoben. Warum auch nicht? Er ist gebürtiger Ostdeutscher, stammt aus Dresden, spürt die Tradition der „Loksche“ und wohnt in der Nähe seiner Familie. Surma: „Ich habe mich nirgendwo so wohlgefühlt wie hier.“
Das war während seiner gesamten Karriere als Fußballer nicht immer so. Immerhin sechs Stationen in zehn Jahren verbucht der Verteidiger. Unter anderem Dynamo Dresden, SF Lotte und auch Babelsberg 03 stehen in seiner Historie. Besonders für den letztgenannten Verein lief er gerne auf, doch nach einer Trainer-Entlassung fand sein neuer Coach Christian Benbennek keine Verwendung mehr für ihn und weitere Altgediente. „Die Quittung hat er dafür bekommen“, meint Surma und verweist auf den Abstieg der Babelsberger aus der 3. Liga in die Regionalliga Nordost 2013.

Verteidiger Surma, der in seiner Zeit bei Dynamo teilweise im Sturm aushalf und dabei drei Tore sowie zwei Assists zu verbuchen hatte, trug auch die Farben von Hannover 96, zumindest in der zweiten Mannschaft: „Eigentlich sollte ich in die Erste hochgezogen werden. Dem damaligen Trainer war ich allerdings zu alt.“ Die Option, für Hannovers erste Mannschaft aufzulaufen, sei allerdings nicht ausschlaggebend gewesen für einen Wechsel in die niedersächsische Hauptstadt. „Das Projekt U23 hatte mich gereizt.“
In Leipzig heißt es für Surma zurzeit, gegen das Formtief anzukämpfen, in dem die seit acht Spielen sieglosen Blau-Gelben stecken. „Uns ist die Lockerheit abhanden gekommen“, so der Abwehrspieler. Er ist aber zuversichtlich, dass Lok die Wende hinbekommt, will den Negativlauf mit „Kampf, Wille und Herz“ bezwingen.
Surmas Vertrag läuft im Sommer aus, über seine Zukunft ist noch nicht entschieden. Genaueres will der Kicker nicht verraten – nur so viel: „Ich möchte dem Verein erhalten bleiben, egal in welcher Form.“ Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, ein Restaurant zu eröffnen, antwortete er lachend: „Nein, ich möchte niemanden nachahmen. So weit bin ich mit meinen Gedanken noch nicht, was genau nach meiner Karriere passiert.“
Eines weiß er aber genau: Die Lok-Elf will und muss sich gewaltig strecken, damit nach acht sieglosen Spielen am Sonntag (19 Uhr, Bruno-Plache-Stadion) im alten DDR-Oberliga-Klassiker gegen den Berliner FC Dynamo endlich wieder ein Dreier gelingt.
Lucien Cornell-Trapp
Leipziger Volkszeitung
16.04.2018 "Wir müssen langsam die Kurve kriegen"
Lok enttäuscht beim 0:2 in Auerbach auf ganzer Linie

Auerbach. Drei Punkte. Das ist die spärliche Bilanz aus den vergangenen fünf Spielen des 1. FC Lokomotive Leipzig in der Regionalliga Nordost. Ein Beinbruch ist das bislang allerdings nicht, denn die Probstheidaer stehen als Fünfter weiterhin gut da und haben sogar Tuchfühlung zu Rang drei.
„Wir wollen Fünfter werden. Das sind wir aktuell noch, aber wir müssen langsam die Kurve kriegen und wieder Spiele gewinnen“, sagte Trainer Heiko Scholz gegenüber der LVZ. Wie immer strahlt die Lok-Legende dabei schon fast stoische Ruhe aus. Nur nicht die Nerven verlieren – das ist die Botschaft dieser Tage. Zum einen, weil die Tabelle auf Grund der vielen Nachholspiele noch kein klares Bild ergibt. Und weil für die Scholz-Truppe weiter alles drin ist.
„Es war mehr Kampf als Fußball“, fasste der Trainer die 0:2-Pleite beim VfB Auerbach zusammen. In nun 18 Spielen gegen die Vogtländer sind der Loksche nur zwei Siege geglückt. Die Hausherren schienen auch diesen Dreier etwas mehr zu wollen. Lok war zwar bemüht, spielerisch fehlte es aber durchgängig an der zündenden Idee. Was allerdings auch an der erneuten Englischen Woche liegen könnte, welche die Scholz-Elf hinter sich hat – auch wenn es sich beim Mittwoch-Kick beim Halleschen FC (2:4) nur um ein Benefizspiel mit viel mehr Wechselmöglichkeiten handelte.
Das Problem: Es folgen jetzt noch einige weitere pickepackevollen Wochen. So liegt der Fokus auch schon wieder auf dem nächsten Spiel – am Mittwoch in Probstheida gegen den ZFC Meuselwitz. „Es fehlt ein bisschen die Frische und ein bisschen das Matchglück. Wir müssen auch mal wieder einen Sieg erzwingen“, meinte Scholz. VfB-Coach Michael Hiemisch sagte: „Es ist das schönste Kompliment, wenn dem Gegner nichts einfällt.“
Fast die gesamte Lok-Elf kämpft noch um die persönliche sportliche Zukunft. „Es gibt einige, die noch um einen Vertrag spielen“, betonte der Trainer. Einer ist Christopher Hanf. Wegen der Verletzung von Benny Kirsten kann sich der Ersatz-Torwart auszeichnen. „Er hat sein Zeug gemacht. Das war nicht einfach für ihn“, so Scholz. Wie es in der kommenden Saison finanziell weitergeht, ist noch unklar, viele Pläne sind derzeit etwas in der Schwebe.
Fabian Held
Bild Zeitung
10.04.2018 NACH KIRSTEN-VERLETZUNG - Hanf muss jetzt zeigen, was er kann
ANDRÉ SCHMIDT
Noch offen, wie lange Torwart Benjamin Kirsten (30) dem 1. FC Lok fehlen wird. Weil das Ultraschallgerät beim Arzt kaputt war, wird die genaue Diagnose erst Dienstag gestellt.


Kirsten ist bei Lok kaum zu ersetzen. Christopher Hanf (22) muss es zumindest versuchen. Mit etwas Glück hielt er zum Einstand gegen Bautzen die Null fest – obwohl er gleich bei seiner ersten Aktion einen Rückpass zu weit prallen ließ und danach einen Elfer verursachte.

Trainer Heiko Scholz nimmt den langen Kerl (1,93 Meter) aber in Schutz: „Er war nervös, noch gar nicht richtig warm und wurde obendrein auf dem falschen Bein angespielt.“

Am Saisonende läuft sein Vertrag aus. Scholz: „Deshalb hätten wir ihm ohnehin noch zwei, drei Spiele gegeben, um zu sehen, ob sich eine Verlängerung lohnt.“ A-Jugend-Keeper Pascal Gaedke (18) wird auf der Bank sitzen.
Leipziger Volkszeitung
09.04.2018 Kirsten-Verletzung schockt 1. FC Lok
Torloses Remis vor 2565 Zuschauern gegen Bautzen / Budissa verschießt zwei Elfmeter

Leipzig. „Es ging Schlag auf Schlag“, erzählte Christopher Hanf nach Abpfiff. Der Ersatztorwart des 1. FC Lok Leipzig hatte mit seinem ersten Ballkontakt einen Elfmeter verursacht. Es war der zweite in der Partie. Wieder nach einem verunglückten Rückpass von Christian Hanne. Den Elfer knallte Martin Hoßmang erneut an die Latte. So blieb es beim 0:0 – das Endergebnis zwischen Lok und Budissa Bautzen. Die Revanche für das 0:3 im Sachsenpokal gelang damit nicht.
„Am Ende war es heute zu wenig. Es gibt solche Spiele, in denen es nicht läuft. Wir machen zwei Elfmeter mit Rückpässen, das kann nicht unser Anspruch sein“, meinte Lok-Trainer Heiko Scholz. Für ihn war es das 150. Pflichtspiel an der Seitenlinie der „Loksche“. Dafür gab’s natürlich einen Blumenstrauß und nette Worte. „Das haben nicht so viele geschafft“, sagte „Scholle“ mit seinem gewohnt süffisanten Grinsen.
Während Bautzen den Punkt aus dem lauen Frühlingskick im Abstiegskampf gut gebrauchen kann, geht es für Lok – abgesehen von der Ehre des Sportlers – um nicht mehr viel. Dennoch sagte Robert Berger, der kürzlich seinen Vertrag um zwei Jahre verlängerte: „Für mich macht es schon einen Unterschied, ob ich am Ende Sechster oder Dritter bin in der Tabelle.“
Einige Spieler müssen sich noch für Anschlussverträge bewerben. Die zweite Garde tat dies vor 2565 Zuschauern nicht. Hanf dürfte in den kommenden Wochen weitere Bewährungschancen bekommen, da sich Stammkeeper Benny Kirsten verletzte. Er hat sich wohl einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zugezogen. Für Hanf die Chance, sich zu beweisen. Er würde gerne in Probstheida bleiben.
Das Spiel ist schnell zusammengefasst: Wenig Präzision und Esprit auf beiden Seiten, was zu wenigen Torchancen führte. Die moderne Fünfer-Abwehrkette der „Loksche“ wirkte derweil nicht immer sattelfest. Das dürfte auch an den Gelbsperren von Markus Krug und Robert Zickert gelegen haben. Nach Abstimmungsproblemen kam Bautzen zum ersten Eckball. Kirsten faustete den vor die Füße des Bautzners Tobias Heppner. Der schien derart überrascht von der sich bietenden Chance, dass er den Ball aus kürzester Distanz über das Tor donnerte. In der 26. Minute der erste fatale Rückpass von Hanne auf Kirsten. Tony Schmidt spritzte dazwischen und kam im Strafraum an den Ball. Von Kirsten leicht getroffen fiel Schmidt und bekam den Elfmeter, den er selbst an die Latte donnerte.
Benjamin Kirsten musste danach runter, Ersatzmann Christopher Hanf rein. Der hatte schon beim 0:3 im Sachsenpokal das Tor gehütet. Das Spiel plätscherte gerade ereignislos vor sich hin, als das Publikum ein Déjà-vu erlebte: Rückpass Hanne, Schmidt erläuft sich das Leder, fällt über den Lok-Keeper (diesmal eben Hanf) und es gibt Elfmeter. Den knallte Martin Hoßmang, um die Duplizität der Ereignisse zu vervollständigen, an die Latte.
Anschließend wurde es hektisch auf dem Rasen und auf den Rängen. Spieler und Fans waren sich einig in ihrem Unmut über den nicht immer souveränen Schiedsrichter Robert Wessel.
Nach dem Seitenwechsel fehlte weiter der Spielfluss. Beiden Mannschaften mangelte es an Esprit und Präzision im Passspiel. Budissa hatte gegen Ende die besseren Chancen, war aber nicht zwingend genug. So blieb es beim folgerichtigen, torlose Remis.
Lok: Kirsten (30. Hanf) – Berger, Hanne, Watahiki, Misch, Trojandt – Schinke, Surma (C)(59. Salewski) – Maurer (59. Georgi), Ziane, Peffer. Z.: 2565
Fabian Held
Bild Zeitung
09.04.2018 LOK 0:0 GEGEN BAUTZEN - Doppeltes Elfer-Glück, Torwart Kirsten verletzt
ANDRÉ SCHMIDT
Lok gegen Bautzen, immer so eine Sache. Das Pokal-Aus letzten Herbst liegt den Leipzigern immer noch schwer im Magen. Und auch diesmal reichte es vor 2565 Fans im Punktspiel nur für ein 0:0. Mit viel Glück!


Bautzen verschoss nämlich gleich zwei (!) Elfmeter. Beim ersten Strafstoß verletzte sich auch noch Torwart Benjamin Kirsten.

Elfer 1 in der 27. Minute: Nach einer zu kurzen Kopfballrückgabe von Hanne (war für den gesperrten Krug zurück in die Dreierkette rotiert) war Kirsten zwar vorm Bautzener Schmidt am Ball, senst ihn dabei aber um.

Elfer! Den schießt Schmidt selbst - und trifft nur die Querlatte. Kirsten pariert zwei Nachschüsse, verletzt sich dabei am rechten Oberschenkel. Kirsten humpelt raus, Christopher Hanf kommt zu seiner Viertliga-Premiere in dieser Saison.

Elfer 2 in der 40. Minute: Wieder war es Schmidt, der im Strafraum von Hanf gefoult wurde. Diesmal läuft Hoßmang an - und trifft wieder nur die Querlatte. Glück für den FC Lok, der hinten wackelte und vorn kaum was zustande brachte.

Ein Spiel ohne wirkliche Höhepunkte in Hälfte zwei. Lok drängte vergeblich auf das Siegtor, forderte kurz vor Schluss vergeblich Elfer (Georgi kam zu Fall). Bautzen lauerte auf die (zahlreichen) Fehler und Konter, die kläglich vergeben wurden. Der Schlusspfiff - für alle irgendwie erlösend.
Leipziger Volkszeitung
07.04.2018 „Die Entscheidung ist mir leicht gefallen“
Abwehr-Ass Robert Berger bleibt beim 1. FC Lok bis 2020 – auch dank seiner Freundin / Am Sonntag kommt Bautzen ins „Bruno“

Leipzig. Es ist ein klares Bekenntnis: „Hier wächst gerade etwas Großes zusammen. Etwas, das in den kommenden Jahren explodieren kann.“ Mit dieser Aussage spricht Robert Berger vielen Fans des 1. FC Lok aus der Seele. Der 21-jährige Außenverteidiger hat mit den Blau-Gelben noch viel vor – und deshalb seinen Vertrag am Mittwoch um zwei Jahre bis 2020 verlängert. Ein weiterer Grund für die Unterschrift war seine Freundin.

„Die Entscheidung, hier zu bleiben, ist mir leicht gefallen. Trainer und Mannschaft haben mich sehr gut aufgenommen“, sagt Berger mit einem Lächeln. Allein gefasst habe er den Entschluss allerdings nicht. „Ich lebe gern in der Stadt. Aber das muss auch für meine Freundin gelten. Da ich ein Familienmensch bin, war sie mein erster Ansprechpartner bei der Verlängerung.“ Der 1,79 Meter große Rechtsfuß ist im vergangenen Sommer von Zwickau nach Probstheida gewechselt. Freundin Julia (27), mit der er seit zwei Jahren zusammen ist, ging den Weg mit. „Sie hat schnell eine neue Arbeit gefunden. Wir fühlen uns beide sehr wohl in Leipzig.“

Lok-Trainer Heiko Scholz freut sich über die Vertragsverlängerung: „Robert ist ein absoluter Wunschspieler und ich denke, mit seinem Verbleib hat er ein Zeichen gesetzt, welchem auch andere Spieler folgen werden, die wir weiterhin an uns binden möchten.“ Vertragsangebote haben Peter Misch, Benjamin Kirsten, Nils Gottschik und Paul Maurer.

Über seine Zukunft macht sich Teamkollege Robert Berger, geboren in Bad Muskau in der Oberlausitz, derzeit keine Gedanken: „Der Fokus liegt voll auf Lok.“ Für den Verein schnürt der Abwehrspieler mit der Rückennummer 2 als Vollprofi die Fußballschuhe. Wie wichtig das aus sportlicher Sicht ist, erklärt Lok-Sportdirektor Rüdiger Hoppe: „Wenn du dich voll auf Fußball konzentrieren kannst, ist die Trainingsintensität höher. Auch kannst du öfter trainieren und hast längere Regenerationsphasen, als wenn zwischendurch die Arbeit ruft.“

Berger, der beim 2:2 in Neugersdorf eine Gelb-Sperre absaß, bestritt elf Partien in der deutschen U17, war im Zweitliga-Team von Energie Cottbus, stieg mit dem FSV Zwickau in die 3. Liga auf. Zudem steht ein Länderspiel für die U21 von Kasachstan zu Buche. Seine Eltern stammen aus dem zentralasiatischen Land, sind vor 24 Jahren nach Deutschland gezogen. „Sie wohnen derzeit in Weißwasser. Wenn es sich ergibt, kommen sie zu meinen Spielen.“

Das soll auch am morgigen Sonntag (Anpfiff 13.30 Uhr) der Fall sein, wenn Budissa Bautzen ins Bruno-Plache-Stadion kommt. Rüdiger Hoppe erwartet einen Gegner auf Augenhöhe: „Die werden um jeden Zentimeter Boden kämpfen. Da müssen wir uns gehörig straffen.“ Nicht an Bord sind Markus Krug (5. Gelbe) und Ryan Malone (10. Gelbe). Robert Zickert hat Wadenprobleme, Matus Lorincak ist erkältet. Der Verein rechnet mit 2500 bis 3000 Fans.
Matthias Klöppel
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